Christian Baumberger

Master Student in Biomedical Engineering @ University of Bern
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Thanksgiving and Brewery Trip

chrigeli | November 30, 2009

Morgen beginnt die sogenannte “Dead week”, die letzte Woche vor den Abschlussprüfungen! Anscheinend sitzen die Studenten in dieser Woche ganz fleissig hinter ihren Büchern, um sich auf die bevorstehenden Prüfungen vorzubereiten. Ich bin mir jedoch nicht so sicher ob die ganze Woche so hart gearbeitet wird, da am Donnerstag Abend ein Football-Derby stattfindet zwischen unserer Uni und der Uni in Eugene. Falls wir gewinnen sei hier die “Hölle” los, habe ich mir sagen lassen:) Wir werden es sehen!

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Vor zwei Wochen besuchte wir mit der “European Student Assocition” eine Brauerei in der kleinen Hafenstadt Newport. Während einem wunderbaren Mittagessen im hauseigenen Restaurant der Brauerei konnten wir diverse Biere degustieren (schade waren einige Teilnehmer unter 21…).  Beim anschliessenden Rundgang wurde uns die Brauerei gezeigt. Das interessanteste war eigentlich die riesen Maschine, die das Bier in die Flaschen abfüllt! Bei den grossen Tanks, in denen das Bier gebrauen wird, sieht man leider nicht sehr viel…

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Da das Wetter für diese Jahreszeit ausgezeichnet gut war (es hat nicht geregnet…) unternahmen wir noch einen kleien Spaziergang ans Meer. Durch die kalte Meeresbrise, die grossen Wellen und dem wolkenbedekten Himmel entstand eine sehr spezielle Stimmung

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In diesem Bild sind neben der Schweiz auch Frankreich, Rumänien, Albanien und Deutschland vertreten:) Alles sehr lustige Gesellen!

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An der Westküste hat es über etliche Kilometer nur Sandstrand. Der deutsche Professor, der auch dabei war, erzählte mir, er sei einmal über 10 Meilen von Newport aus dem Strand entlang gelaufen…! Sand, Sand, Sand…

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Was darf nicht fehlen an so einem Ausflug? Richtig, ein Gruppenfoto:) Während dessen war es beinahe schon dunkel und nur noch meine Kamera machte akzeptable Bilder. Mein “aus-der-Reihe-tanzen” liegt daran, dass ich die Kamera richtig einstellen musste und keine Zeit mehr hatte mich richtig hinzustellen…:)

Ein weiteres sehr wichtiges Ereignis hat sich dieses Wochenende abgespielt: Den traditionellen  amerikanischen Thanks giving. Doch wie hat alles begonnen? Jeden Mittwoch gibt es einen “International lunch” bei dem sie letzte Woche Anmeldekarten für Thanks giving verteilt haben. Da ich nichts besonderes vor hatte meldete ich mich an. Und so geschah es, dass ich diesen Montag ein Mail von einer Familie erhielt und zu ihrem Thanks giving dinner eingeladen wurde. Rick, der Familienvater, holte mich pünktlich am Donnerstag um 13.00 Uhr ab. Die Familie Fletcher besitzt ein Haus etwa 6 Meilen ausserhalb von Corvallis in einem Wald. Rick ist Professor für Forstwissenschaft (desshalb auch das Haus am Wald) und hat mir schon während der Hinfahrt erzählt, wo in Europa er schon war um Wälder zu besichtigen und wie schön es da ist:) Nachdem er mich allen Familienmitgliedern vorgestellt hatte, diskutierte ich mit einem seiner Söhne lange über die politische Einstellung vieler Amerikaner…! War sehr interessant:) Im Verlauf des Nachmittages erlebte ich dann dieses traditionelle Festessen mit “Turkey and mash Potatoes” und vielen Beilagen. Es war wirklich köstlich! Nach einem langen Essen, das ich sehr genossen habe, da ich wieder einmal an einem Familientisch sitzen durfte und heftig diskutiert wurde, beendeten wir den Abend mit diversen lustigen Gemeinschaftsspielen:) Ich konnte an diesem Tag richtig viel Energie tanken…! Ich plane mich diesen Winter einmal mit einem Fondue oder einem Raclette zu revanchieren:) Der Rest dieses verlängerten Wochenendes verbrachte ich mit dem Lesen vieler “Papers” von meinen Professor… Nur noch drei Wochen und dann bin ich schon für zwei Wochen in der Schweiz:) Ich wünsche euch Allen einen guten Wochenstart!

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Amerikanische Essensgewohnheiten

chrigeli | November 8, 2009

Wow, schon sind sechs Schulwochen vorbei! Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich seither keinen Eintrag mehr geschrieben habe. Die Zeit vergeht unheimlich schnell und in der Zwischenzeit ist viel geschehen.  Ich habe nun endlich auch das Schulsystem mehr oder weniger begriffen:)

Während diesem Term besuche ich “nur” zwei Klassen. Mein Advisor hat mir empfohlen, als international Student, nicht mehr zu nehmen (Er wusste schon wieso:) Die erste Klasse “Datenstrukturen und Algorithmen” ist eigentlich eine Mathklasse aus der theoretischen Informatik… Leider haben wir in Burgdorf dieses Gebiet nicht sehr tiefgehend behandelt, somit musste ich etliches nachholen. Ein anderer grosser Unterschied in Bezug auf Burgdorf ist das Tempo währen dem Unterricht…! Ein sehr grosser Anteil ist Selbststudium… Ich muss mich schon sehr konzentrieren um den roten Faden während dem Unterricht nicht zu verlieren. Und dann kommt noch diese Fremdsprache dazu:) Jedoch man gewöhnt sich daran!

Die zweite Klasse “Artificial Intelligence” ist ebenfalls eine meiner Grundlagenklassen. Ich muss gestehen, diese Vorlesung hat zwei Seiten. Beginnen wir beim positiven: Der Inhalt ist sehr sehr interessant und ich konnte bis jetzt unheimlich viel lernen. Der Nachteil ist der Aufwand… Ich kann nicht sagen wie viele Stunden ich wöchentlich nur für diese Vorlesung investiere…! Ich habe noch nie erlebt, dass ein Professor so viele Aufgaben verteilt. Und nicht machen geht auch nicht wirklich, da alles bewertet wird!

Kommen wir zu einem anderen Thema. Ganz erhlich gesagt, die Amerikaner haben einfach schon keine Essenskultur! Geht man an ein Barbeque gibt es nur Burger und Hotdogs. Ich hatte noch nie ein richtig gutes Stück Fleisch! Mittlerweile vermisse ich ebenfalls das Familiäre Nachtessen und Zusammensitzen:) Als Europäer ist man sich gewohnt beim Nachtessen zusammen an einen Tisch zu sitzen und zu diskutieren. Hier läuft es ganz anders: Die durchschnittliche Zeit, die meine Mitbewohner am Esstisch verbringen beläuft sich auf  drei bis vier Minuten…! Anschliessend geht es wieder vor den Computer oder die Hausaufgaben. Ich könnte einmal versuchen, sie mit einem Dessert etwas lenger am Tisch zu behalten:)

Vor einigen Wochen versuchte ich mein Glück beim Bachen. Ihr werdet es kaum glauben, ich habe meinen Roommates eine “Züpfe” hergezaubert:) Naja, es hat nicht ganz auf Anhieb geklappt. Den Bachofen auf 200 Grad eingestellt, Züpfe rein und warten. Nach 1.5 Stunden war mein Zopf immer noch weich, kein Wunder wenn der Ofen auch nur halbwegs warm ist. Am Abend beobachtete ich dann wie John (einer der Roommates) eine Pizza herrichtete. Hmm 400 Grad ist eigentlich schon noch viel für eine Pizza, dachte ich mir. Bis mir letztendlich klar wurde, dass der Bachofen wahrscheinlich auf Grad Fahrenheit eingestellt ist…:) Die nächste Züpfe wird sicher besser kommen, ich kann mich auf jeden Fall noch steigern!

Etwas andere Essensgewohnheiten haben zum Glück die anderen Europäer, die an der OSU sind. Der European Student Association bin ich schon vor einigen Wochen beigetreten und da das Komitee jeden Herbst neu erstellt wird bin ich gleich zum Vice-president ernannt worden:) Die Hierarchie ist nicht so ernst zu nehmen, alle helfen allen. Wir treffen uns wochentlich und diskutieren über die neuesten Ereignisse. Nächstes Wochenende fahren wir zusammen nach Newport (kleine Stadt am Meer) um eine Bier-Brauerei zu besichtigen. Das könnte ja lustig werden:)

Im folgenden seht ihr noch ein Herbstbild von Corvallis. Die Bäume erscheinen zu dieser Jahreszeit in allen Farben.

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Das nächste Bild konnte ich vom Mary’s Peak aufnehmen. Es war ein wunderschöner Sonnenuntergang…:)

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Ich werde mich bemühen in Zukunt etwas regelmässiger zu schreiben…:) Wünsche euch allen eine gute Woche.

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Go Beavers!

chrigeli | September 20, 2009

Endlich kommt der Zweite Beitrag (Sorry Michu, dass es solange gedauert hat:-) Ich kann es kaum glauben, aber heute war ich schon wieder an einem Football Game unserer Uni-Mannschaft “Beavers”. Auf dem Programm stand das erste offizielle Spiel der Saison. Dementsprechend randvoll war das Stadion, explizit ausgedrückt über 45’000 Fans. Zum Auftakt demonstrierte die US-Airforce Ihr Können mit einer eindrücklichen Flugshow. Asterix und Obelix würden in so einer Situation wahrscheinlich nur sagen “Die spinnen die Amis”:-)

Erste Erfahrungen durfte ich auch mit unseren kleinen Haustierchen machen, den Spinnen…! Wie vielleicht einige von euch wissen kann ich die kleinen Dinger nicht besonders gut leiden! Aber das schlimmste kommt noch. In dieser Jahreszeit wird es bekanntlich kühler und die kleinen Tiere kommen aus allen Lüftungsöffnungen ins Haus um an die Wärme zu fliehen. Vorwiegend sind es die Männchen, die auf Weibchensuche sind…! Leider sind die Tierchen auch noch recht gross. Eventuell wird es mir helfen meine “Spinnenphobie” in den Griff zu bekommen:-)

Es wird auch Zeit euch einen ersten Vorgeschmack vom Haus zu geben. Sobald die ersten Bildergalerien online sind, gibt es mehr davon zu sehen!

Wohnzimmer
Die ersten Outdoor Erfahrungen konnte ich vor gut einer Woche bei einem Trip nach Portland machen. Zusammen mit Thomas und Bojan (ein Studienkollege von Thomas) unternahmen wir einen kurzen Hajk im Gebiet des Columbia Rivers. Angetroffen haben wir eine sehr hügelige Landschaft, umgeben von vielen Wäldern:

Columbia River
Diese Woche öffnete das von mir lang ersehnte Sportzentrum der Uni nach der grossen Sommerpause. Wieso lang ersehnt? Die Antwort ist sehr einfach: Kletterhalle:-) Doch die Vorfreude änderte sich beim ersten Besuch sehr schnell. Ich musste tatsächlich eine Stunde Kletterunterricht besuchen, was meine Nerven sehr strapazierte. Von ein paar guten Tipps aus sechs Jahren Klettererfahrung wollten Sie nichts wissen, in der Anleitung des Geräteherstellers ist es nicht so beschrieben…! Diskutiert wird nicht. Desweiteren muss ich noch einen weiteren Kurs besuchen um im Vorstieg klettern zu können! Für alle Nicht-Kletterer: Vorstieg bedeutet soviel, dass man das sichernde Seil selber einhängen muss und nicht von oben gesichert ist. Ansonsten ist die Anlage in Ordnung, als guter Ausgleich zum Studienalltag sollte es allemal reichen.

Genug vom Negativen! Letzte Woche hatte ich ein super Erlebnis bezüglich Uni. Ein Professor in der Abteilung für künstliche Intelligenz hat mir ein sogenanntes GRA angeboten, was soviel bedeutet wie “Graduate Research Assistantship”. Etwas einfacher ausgedrückt arbeite ich als Assistent:-) Die Stelle habe ich letzte Woche bereits angetreten, es ist super spannend. Bei meinem Projekt geht es hauptsächlich um das Klassifizieren verschiedener Insekten in unterschiedlichen Gewässern sowie im Erdboden. Genaueres werde ich im oben aufgeführten Menüpunkt “Research” in nächster Zeit beschreiben.
Der Vorteil einer solchen Assistentenstelle ist, dass mir alle Uni-Gebühren, die um ein Vielfaches höher sind als in der Schweiz, bezahlt werden. Nebenbei habe ich sogar einen kleinen Lohn…:-) Als Nachteil muss ich erwähnen, dass mein Professor im Gebiet der künstlichen Intelligenz eine namhafte Grösse ist und somit auf Forschungsergebnisse angewiesen ist! Ich hoffe, dass ich die Erwartungen, die er an Assistenten stellt, erfüllen kann… Zum gleichen Zeitpunkt hat ein drei Jahre jüngerer Chinese angefangen, der sich ein PhD zum Ziel gesetzt hat. Nach meinen ersten Eindrücken hat er ein riesiges Wissen. Ich darf mich nur nicht zu sehr unter Druck setzen.

In der vorhergehenden Woche besuchte ich fast jeden Tag das “International welcome center” an der Uni. Dabei lernte ich einen Saudi-Arabier kennen, der immer sehr aufgestellt ist! Als ich erwähnte, dass ich aus Europa bin, war er nicht mehr zu stoppen und erzählte mir alles über seine grosse Leidenschaft zum europäischen Fussball(im Amerikanischen “Soccer” genannt). Letztendlich liess ich mich überreden, Ihn zu einem seiner Spiele zu begleiten…! Hmm, ich fand es schon eher speziell, einem Fussballspiel in einer kleinen Halle zuzuschauen, das erst um halb elf abends begann. Dies sei hier üblich erklärte er mir. Auf das Niveau des Spieles werde ich nicht näher eingehen ausser, dass mir eine Mannschaft, bestehend aus lauter mexikanischer Spieler, sehr aggressiv aufgefallen ist…! Anschliessend schleppte er mich in einen der zwei Clubs in Corvallis und stellte mir all seine Freunde vor. Man kann sich den Club wie in den amerikanischen College-Filmen vorstellen, einen riesen Haufen betrunkener Uni-Studenten…! Naja, ist eigentlich nicht wirklich mein Ding! In eine sehr ähnliche Richtung gehen die vielen Homeparties, die man zu sehen bekommt, wenn man abends entlang des Campuses fährt…

Damit Ihr einen ersten Eindruck von der Uni bekommt sind hier ein paar Bilder. Im ersten Bild ist eines der Hauptgebäude zu sehen. Das Gebäude im zweiten Bild ist das “Kelley Engineering Building” ein sogenanntes “Green Building”, in dem ich zur Schule gehen werde.

Uni Memorial Union
Kelley Engineering Building
Wie Ihr seht, lebe ich mich langsam ein:-) In den letzten zwei Wochen konnte ich wieder sehr viel erleben…! Es gibt jedoch immer noch Momente, in denen ich das Ganze hinterfrage, traurig bin und mich einsam fühle. Solche Situationen der Lustlosigkeit wird es wahrscheinlich immer wieder geben, und es schadet mir nicht, mich einmal mit solchen Problemen auseinander setzen zu müssen.

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Erste Tage in Corvallis

chrigeli | September 5, 2009

Nun bin ich schon über eine Woche in Corvallis im Bundesstaat Oregon. Die erste Woche vergieng den Umständen entsprechend harzig… Dennoch gibt es eine Menge zu erzählen. Vielleicht ist es besser von vorne zu beginnen!

Nach einem über 16 stündigen Flug (Reisedauer war über 20 Stunden) stand ich also da, am Flughafen von Portland, ganz alleine und verlassen. Oder doch nicht so alleine? Nein doch nicht, da sah ich Thomas Schumacher und seine Freundin Kelsea auch schon. Thomas ist ebenfalls ein ehemaliger Student der Berner Fachhochschule und schreibt zurzeit an den letzten Seiten seiner Dissertation im Bereich ‘Civil Engineering’.  Die zwei holten mich vom Flughafen ab. Auf der einstündigen Fahrt von Portland nach Corvallis sah ich von der Gegend noch nicht besonders viel, da es Nacht war. Die grossen Trucks der Amis jedoch sind nicht zu übersehen:-) Wir beendeten den Abend mit einem Bier, das meine Erwartungen über amerikanisches Bier weit übertraf, und einem gemütlichen Gespräch.

Am nächsten Morgen zeigte mir Thomas bereits einen Teil der Stadt, oder sollte ich besser Städtlein sagen? Ist ein ziemlich verschlafenes Nest mit ungefähr 50’000 Einwohner und einem riesen Haufen Studenten (20’000)…! Er führte mich in eines seiner täglichen Rituale ein, der Besuch des Coffee-Shops.  Zu meinem Erstaunen war die junge Frau hinter dem Ladentisch sehr freundlich: “How are you doing?”, “Oh I’m fine!”, “How are you doing?”, “I’m ok”… Dieser Smalltalk ist hier üblich. Kurzerhand zeigte mir Thomas auch gleich die Uni, oder beziehungsweise nur einen kleinen Teil davon. Ich habe mir das Ganze schon nicht so gross vorgestellt:-) Überhäuft mit vielen ersten Eindrücken fuhren wir zurück zum ‘Apartment’.  Thomas musste arbeiten gehen und zeigte mir mein Bike, damit ich die Gegend eigenständig etwas besser Erkunden konnte. Nebenbei sollte erwähnt werden, dass sein ‘Apartment’ beinahe leergeräumt war, da er für den Rest seiner Zeit in Corvallis bei seiner Freundin Kelsea einzog. Er stellte mir die Wohnung bis Ende August zur Verfügung, somit hatte ich eine knappe Woche Zeit etwas Geeignetes zu suchen. In einem halb leeren Apartment, einer nur temporären Übernachtungsmöglichkeit und mit der Ungewissheit für die nächste Woche fühlte ich mich nicht besonders wohl (Wer mich besser kennt, wird dies bestätigen können). Wenn man in Betracht zieht, dass noch eine gute ‘Portion’ Heimweh dazukommt und ich meine Freundin schon sehr vermisste, fühlte ich mich sogar sehr ‘beschissen’…! Anfänglich erwies sich auch die Wohnungssuche als nicht besonders einfach. Bei zwei Terminen für eine Wohnungsbesichtung erschienen die Inhaber gar nicht! Naja, der erste Eindruck der Zuverlässigkeit der Amis war nicht besonders hoch:-) Die Sprache Englisch erschwerte das ganze Unterfangen zusätzlich. Teilweise verstand ich bei Telefongesprächen überhaupt nichts. An diesen “Släng” muss ich mich erst gewöhnen. So genug gejammert, der Rest der Woche bestand daraus im Internet nach Wohnungen beziehungsweise WG’s zu suchen, Mails zu schreiben und die Inhaber für Wohnungsbesichtigungen anzurufen.

Das Wochenende gestaltete sich dann etwas freundlicher. Thomas und Kelsea sorgen sich sehr gut um mich und ein grosser Teil meiner “Freizeit” war und ist bereits ausgebucht. Am Samstag Nachmittag feirten wir einen Tag zu früh den Geburtstag von Thomas. Zu diesem Anlass organisierte Kelsesa ein Barbeque in einem sehr schönen Park im südlichen Teil von Corvallis. Die Gäste waren vorwiegend internationale PhD Studenten aus der Forschungsgruppe von Thomas. Darunter befand sich ein Serbe der wirklich einen köstlichen Humor besitzt. Es gelang mir nicht, mit ihm ein einziges normales Gespräch zu führen, ohne dabei in ein Gelächter auszubrechen :-) Ist ein sehr aufgestellter Typ, bei dem ich definitiv meinen Kummer und das Heimweh etwas vergessen konnte :-) Am Schluss der Party spielten wir in einer grossen Gruppe Frisbee, um die Hamburger etwas zu verdauen…

À prospros Essenskultur: Bisher bin ich von der Vielfalt an Essensmöglichkeiten rund um den Campus positiv überrascht. Asiatisches Essen liegt sehr im Trend. Dennoch bin ich an den bisherigen Barbeques an Hamburger und Hotdogs nicht herum gekommen. Ich denke, meine Brüder wären diesbezüglich sehr glücklich hier:-) Ich bevorzuge eigentlich Gemüse vor einer Fast-Food-Mahlzeit.

Am Sonntag stand der Geburtstag von Thomas an. Seinen Freundin erfreute sich besonders am Massageöl das ich Thomas schenkte:-) Anschliessend brachen wir für einen Trip an die Küste auf. Newport ist die nächste Ortschaft am Meer und ist in einer Stunde von Corvallis aus erreichbar. Nach einer hügeligen Landschaft sieht man auf einmal das offene Meer.

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Das Wetter hätte besser kein können, es war sehr dunstig und man sah nur ein paar hundert Meter aufs Meer hinaus. Nach einer kleinen Stärkung (Die scheinbar beste Fischsuppe an der Küste Oregons) fuhren wir dem Highway 101 der Küste entlang. Es ist wirklich ohne zu übertreiben eine der schönsten Küsten die ich je gesehen habe…!

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Auf der Rückreise hatte Thomas vor, einmal einen neuen Weg zu nehmen. Immer auf der gleichen Strasse fahren ist ja schliesslich langweilig. Ich dachte nicht, dass man sich so schnell verfahren kann! Tja, wir hatten ohne zu übertreiben etwa 4 Stunden mehr als normal. Bei sogenannten Abkürzungen sollte man immer sehr vorsichtig sein:-) Ich hätte auch nicht gedacht, dass man über 30 Minuten durch ein waldiges und recht hügeliges Gebiet fahren kann ohne dabei auch nur eine Menschenseele, ein anderes Auto oder ein Haus zu sehen!

Am selben Abend konnte ich wieder eine Wohnung besichtigen gehen. Es stellte sich heraus, dass drei Amis (auch Studenten) noch einen Raum für einen internationalen Studenten freigelassen hatten. Die Entscheidung viel schnell nach den Strapazen der letzten Woche. Das Haus ist riesig, in einem guten Zustand und das Beste:  hiner dem Haus befindet sich ein “Hotpot”:-)  An kühlen und nassen Wintertagen eine willkomene Abwechslung. Am Montag konnte ich einziehen. Ich war soooooo froh endlich etwas gefunden zu haben! Habe es mir ehrlich gesagt einfacher vorgestellt…! Meine drei Mitbewohner kenne ich leider noch nicht. Es seien drei coole Jungs ebenfalls am Master bzw. PhD und haben ähnliche Interessen. Bin ja mal gespannt wenn Sie mitte September zurück kommen.

Heute Samstag eröffnete die Footballmannschaft der Uni die Saison in Ihrem Stadion. Als Student hat man das Privileg umsonst ins Station zu kommen. Erbaut ist das Stadion für 45’000 Zuschauer. Da heute Saisonauftakt war, war es vielleicht halb voll . Ich habe selten ein solches Spektakel gesehen! Von einer sehr harten und dynamischen Sportart über Marching Bands, Cheerleader und Feuerwerke beim Touchdown gab es alles zu sehen:-)

oregonstatefootballDies sind die ersten Eindrücke von meinen knapp ersten zwei Wochen in Corvallis! Ich erlebe Tiefs aber auch wieder Hochs. Teilweise leide ich noch recht stark unter Heimweh! Für mich sind das sehr neue Gefühle, hoffe das ich damit irgendwie zurecht komme…

Ich wünsche allen eine gute Zeit und Ihr werdet regelmässig hier von mir lesen können:-)

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